Der männliche Raum im gemeinsamen Haus? – Die Garage oder der Hobbykeller
Was sagt die Verteilung der Räume in einer Paar-Beziehung aus?
Ein schwieriges, aber für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden unvermeidliches Thema, ist die Justierung von Nähe und Distanz in einer Beziehung. In Krisenfällen suchen Männer eher die Distanz und das gern in einer Umgebung, die körperlich, handfest und non-verbal ist.
Grundsätzlich wechseln Menschen in Beziehung zwischen den Polen der Intimität, der Nähe, der Verletzlichkeit und dem Aufgehen in einem Paar-Erleben einerseits und der Autonomie, Selbstbehauptung, Abgegrenztheit andererseits. Das passiert ständig und bestenfalls in verschiedenen stufenlosen Stadien. Die Gegensätzlichkeit dieser Pole und die Spannung, die dies erzeugt – gerade wenn die Bedürfnisse der Partner sich gerade nicht entsprechen – machen den Umgang mit dem Thema nicht leicht.
Leicht ist es dann, wenn jeder der Partner das Gespür für sein akutes Bedürfnis hat und es ausdrücken, umsetzen kann. Dann ist die Balance zwischen Nähe und Distanz ein unbewusster Vorgang, über den man weder nachdenken noch reden muss.
Schwierig ist es natürlich, wenn der andere gerade das Gegenteil braucht, also die Bedürfnisse nicht synchron sind: Männer ziehen nach dem Sex gern eher schnell wieder die Schotten hoch und wandeln ihre Verletzlichkeit und Unbegrenztheit, die sie beim Sex offenbaren, wieder in mehr Distanz um – wenn sie sich trauen würden, würden sie die Sportschau gucken.
Frauen schwelgen dann gern in der Verbundenheit und Offenheit (sprechen, kuscheln, Zärtlichkeit) und erwarten das auch von den Männern…. Aber das ist noch ein weiteres Thema.
Ein anderes Beispiel: Männer ziehen sich in Konflikten gern in innere Räume zurück – eine Art Schutzraum, der nicht viel nach außen dringen lässt und sie unbeteiligt wirken lässt – was meist nicht der Fall ist, während Frauen eher die gefühlsmäßige und körperliche Nähe suchen.
Männer ziehen sich dann gern in ihre Höhle und am besten ans Feuer zurück, wollen allein sein, sich sortieren, runterkommen, Klarheit gewinnen.
Aber welche Räume hat ein Mann dafür?
Die meisten Räume werden gemeinsam genutzt, sind aber her weiblich eingerichtet, dominiert…
Ganz offensichtlich wird das Problem, wenn ich im Coaching einen Mann frage: welche Räume in Ihrem Zuhause sind denn von dir maßgeblich gestaltet, eingerichtet, an deinen Bedürfnissen, Geschmack o.ä.?
Hm… schwere Frage. Leichter aufzuzählen, welche Räume die Frau gestaltet: Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad, Flur, Hauswirtschaftsraum/Waschküche… Bleibt: Garage oder Hobbykeller… vielleicht noch ein Arbeitszimmer… manchmal ein Gartenhaus.
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Originally posted 2021-03-10 16:46:37.
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